Woche 8
In dieser Woche begann für unsere Kompanie die FunktionsBezogene Ausbildung, kurz FBA. Das heisst einfach gesagt, dass wir ab dieser Woche für rund 7 Wochen darin ausgebildet werden, wie wir unsere Funktion erfüllen, also zum Beispiel Server aufbauen und ähnliches.
Unser Kommandant hat uns aber bereits am Montag darauf hingewiesen, dass die RS jetzt noch nicht vorbei sei (und wir also weiterhin höchstleistungen erbringen sollten etc). Um die Aussage zu untermauern wurde diese Woche für 4 von 5 “Werktagen” ein Sportteil festgelegt, von welchem ich mich aber dank meiner Dispens bis auf 1 Mal (am Freitag) drücken konnte…
Montag
Die Woche begann ich mit der Aufgabe eine Antenne für das Funkgerät aufzustellen. Den ganzen Morgen lang hat die eine Hälfte des Zugs, mehrere Funkantennen auf- und abgebaut. Nachdem ich mit meinem Team die Antenne etwa 5 Mal auf und wieder abgebaut hatte kontrollierten wir noch alles Material auf vollständigkeit. Danach ging es in den Mittag, in welchem ich gut 5 Minuten zeit hatte zu essen, da ich noch für die Materialwache eingeteilt war…
Den Nachmittag verbrachte ich dann mit der Ausbildung am Funkgerät selbst während die andere Hälfte des Zugs das aufstellen der Antennen lernte. Nebst dem Aufsetzen des Funkgeräts (Verschlüsselungscodes einlesen etc.) hatten wir auch Ausbildung für Spezialfunktionen wie zum Beispiel das auslösen eines Alarms (zum Beispiel zur Warnung wenn der Gegner Atomwaffen einsetzt etc.) und den Selektivruf welcher dafür genutzt werden kann ein Einzelgespräch mit einem anderen Funker zu führen. Das hat zwar den Vorteil, dass niemand anders zuhören kann, jedoch empfängt man selbst für die Zeit des Selektivrufs auch keine (möglicherweise recht wichtigen) Funksprüche von anderen.
Am Abend dieses Tages hatten wir noch eine Ausbildung in welcher gezeigt wurde, wie das Funkgerät aus mehreren Kilometern Entfernung (über Kabel) ferngesteuert werden kann. So kann man zum Beispiel Funkgerät und Antenne an einem Platz mit gutem Empfang aufstellen und selbst aber im sicheren Bunker sitzen
Dienstag
Am Dienstag hatten wir das erste Mal eine Ausbildung im eigentlichen Informatikergebiet. Wir haben einen kleinen Kommandoraum mit Server, Computern und 3 SMART Boards aufgestellt. Das ganze funktionierte auf Anhieb und dementsprechend gross war unsere Motivation (und auch die “Freizeit” war natürlich grösser da wir schnell alles Laufbereit hatten
)
Mittwoch
Während dem ganzen Tag hatten wir eine Übung mit den Funkgeräten. Total 4 Mal stellten wir uns in immer grösser werdenden Abständen auf dem Areal auf und Funkten um die wette. Glücklicherweise war schönes Wetter, so dass wir während dem Funken in der Sonne sitzen konnten. Einziger wermutstropfen an der Übung war, dass wir – obwohl wir auf dem Areal der Kaserne waren – aufgrund der Übung nicht in die Kaserne treten durften…
Am Ende gab es dann noch einen riesigen Stress beim Zurückgeben des Materials, nicht zuletzt weil der zuständige Adjutant ein riesen Theater darum machte dass auch ja jedes Teil penibel genau an seinem Ort liegen musste….
Schlussendlich wurden wir dann aber doch noch fertig und durften in den verdienten FAK Ausgang.
Donnerstag
Am Morgen hatte ich mich für eine noch unbekannte Aufgabe freiwillig gemeldet. Es stellte sich heraus, dass es darum ging zusammen mit der anderen Kompanie einiges an Material in Kloten zu fassen. So wurde der Morgen für mich recht locker; Ich konnte praktisch ständig Material aufladen und währenddessen nachzählen ob auch wirklich die genannte Stückzahl geliefert wurde.
Am Nachmittag kam ich dann Pünktlich zum schiessen auf dem 300 Meter Schiessstand zurück. Dort hatte ich die Chance ein Schiessabzeichen zu erhalten. Trotz einer sehr grossen Motivation durch das Wissen, dass alle mit Schiessabzeichen schon am Freitag nach Hause dürfen, schaffte ich es um 4 Punkte nicht…
Freitag
Am Freitag Morgen hatten wir zuerst Sport, welcher zu meinem erstaunen richtig Spass machte. Das erste mal konnten wir verschiedene Sportarten durchprobieren; So musste ich mal nicht 2 Stunden Fussball spielen oder etwas total sinnloses machen
Weiter hatten wir am Morgen noch eine Ausbildung mit einer Art Telefon, welche zum Beispiel im Bunker aufgestellt werden würde.
Am Nachmittag wurde ich dann über eine ABC Drillpiste gehetzt, welche mich recht an die körperliche Leistungsgrenze trieb, nicht zuletzt weil ich einen anderen Kameraden im Komplettschutz mit Schutzmaske einen Hügel herauf schleppen musste…
Das Säubern der Ausrüstung nach der Drillpiste war danach auch recht aufwendig da ich von Kopf bis Fuss mit Schlamm überzogen war…
Woche 9
Die neute Woche ist (mal wieder) recht schnell erzählt. Diese Woche war unser Zug dran mit dem Repetieren der Allgemeinen Grundausbildung. Daher hatten wir praktisch jeden Tag eine Drillpiste, was dazu geführt hat, dass ich jeweils am Abend die Fähigkeit besass innert weniger Minuten einzuschlafen.
Mein persönliches Highlight diese Woche: Ich habe heraus gefunden, dass wir nächste Woche aufgrund des Knabenschiessens bereits am Freitag nach Hause dürfen





